Bewährte Verfahren bei nachhaltigem Verpackungsholz: Ein Leitfaden für globale Versender

Tree damage from tunneling beetles

In den USA sind jeden Tag mehr als 1,8 Milliarden Holzpaletten im Einsatz, und weitere Milliarden sind international unterwegs. Wenn Sie ein globaler Versender sind, werden Sie wahrscheinlich auch Verpackungsholz wie Paletten zum Transport Ihres Frachtguts nutzen. Dieses scheinbar harmlose Material ist zwar kostengünstig, kann aber schnell zusätzliche Kosten in der Lieferkette verursachen, sobald ein Verstoß gegen die US-amerikanischen Vorschriften auffällt.

Solche Fallstricke lassen sich zum Glück vermeiden, wenn man die Importvorschriften für Verpackungsholz kennt und versteht, worauf man achten muss.

Nachhaltiges Verpackungsholz: Überblick

Der weltweit zunehmende Handel hat in den letzten Jahrzehnten das Vordringen holzfressender Insekten in Gegenden begünstigt, in denen sie nicht heimisch sind, und teilweise haben sie schwerwiegende Einflüsse auf lokale Ökosysteme und Volkswirtschaften.

Ein solches Beispiel ist der Asiatische Laubholzbockkäfer (ALB). Er ist in der Lage, fast ein ganzes Jahr lang tief in einem Baum zu leben. Zum Überleben ernährt er sich von dessen Innenseite und legt große Tunnel und Löcher an, wobei er ein sägemehlartiges Material hinterlässt, das den befallenen Baum schließlich abtötet. Da sie schwer zu erfassen sind, werden holzfressende Insekten wie der Bockkäfer leicht und unbemerkt im Verpackungsholz transportiert.

Weltweit wuchs in den 1990er Jahren die Besorgnis, als invasive Insektenarten wie der Asiatische Laubholzbockkäfer in den USA entdeckt wurden und sich der Schädling zu verbreiten begann. In einigen Fällen wurden ganze Baumarten innerhalb weniger Jahrzehnte durch invasive Insekten dezimiert. Hausbesitzern trug das jährlich geschätzte 1 bis 2 Milliarden Dollar an Zusatzkosten und Wertverlust ihres Eigentums ein.

Aufgrund solcher sehr ernsten Bedenken in Sachen Verpackungsholz haben Handelspartner in aller Welt zahlreiche Vorschriften zu dessen Import erlassen.

Ausgewachsener Asiatischer Laubholzbockkäfer

Ausgewachsener Asiatischer Laubholzbockkäfer beim Tunnelbohren in einem Baum.

Schäden an Bäumen in einer Straße in Chicago, die durch Asiatische Laubholzbockkäfer verursacht wurden.

Eine Allee in Chicago, die vom Asiatischen Laubholzbockkäfer befallen war, wird nach der Ausrottung neu bepflanzt.

ISPM-15: Annahme und Anforderungen

Als Reaktion auf die wachsende Besorgnis über Verpackungsholz nahmen die Vertragsparteien des Internationalen Pflanzenschutzübereinkommens (IPPC) 2002 die Internationale Norm für Pflanzenschutzmaßnahmen Nr. 15 (ISPM 15) an, in dem die Anforderungen an Hitze- und Begasungsbehandlung von Verpackungsholz für den Welthandel festgeschrieben sind. Bis heute haben über 100 Länder ISPM-15 übernommen, darunter auch alle wichtigen Exportmärkte weltweit.

Die Kosten regelwidrigen Verpackungsholzes

Regelwidriges Verpackungsholz kann schwere Folgen für die Lieferkette haben, die oft kostspielig und zeitaufwändig sind. Wenn in den USA bei einer Sendung lebende Holzschädlinge gefunden werden, verstößt die gesamte Sendung gegen ISPM 15 und wird auf Kosten des Importeurs reexportiert.

Gängige Beispiele für regelwidriges Verpackungsholz sind u. a.:

  • Schädlingsbefall
  • lebende Schädlinge (blinde Passagiere)
  • Kein IPPC-konformer Stempel

Erhebliche Verzögerungen, hohe Inspektionsgebühren, potenzielle Strafen und in einigen Fällen die Zurückweisung Ihrer Einfuhr sind nur einige Beispiele dafür, warum ein Verstoß gegen die Vorschriften das Risiko nicht wert ist.

Ausnahmegenehmigungen zur Einfuhr von Verpackungsholz

Einige Artikel, die als ausreichend risikoarm gelten und von den Anforderungen an Verpackungsholz in den USA ausgenommen sind:

  • Verpackungsholz, das bei der Einfuhr vollständig kanadischen Ursprungs ist
  • Verarbeitetes Holz wie Faserplatten, Whiskey- und Weinfässer, Sperrholz, Spanplatten und Furniere
  • Holzstücke mit einer Größe von weniger als 6 mm (0,24 Zoll).
  • Alternatives Verpackungsholz wie Sperrholz braucht nicht gestempelt zu werden; bei zusammengesetzter Verpackung wie einer Kiste, die aus Sperr- und Hartholz besteht, muss jedoch die gesamte Einheit auf dem Sperrholz gestempelt werden, um die Behandlung anzuzeigen.

Bewährte Verfahren für vorschriftsmäßiges Verpackungsholz

Aber Verstöße beim Verpackungsholz können verhindert werden. Berücksichtigen Sie einige dieser bewährten Verfahren in Ihrer Lieferkette.

Schulen Sie Ihr Personal in der Lieferkette bezüglich der Anforderungen an Verpackungsholz:

  • Prüfen Sie es mechanisch und lehnen Sie Paletten mit Anzeichen von Insektenschäden ab.
  • Machen Sie sich mit dem Aussehen von Schädlingsbefall vertraut: Bohrlöcher, Rinde, Frass, Sägemehl und Larven
  • Überprüfen Sie, ob die Voraussetzungen für den Verpackungsholzstempel in Ihrer gesamten Lieferkette korrekt erfüllt werden.

Führen Sie eine Kosten-Nutzen-Analyse durch, wenn Sie Alternativen zum Verpackungsholz berücksichtigen, die nicht den USDA-Vorschriften unterliegen, wie z. B:

  • Sperrholz oder Pressspan
  • Kunststoffpaletten
  • Gerichtetes Schnittholz
  • Hartfaserplatten
  • Paralleles Schnittholz
  • Styropor
  • Metallrahmen
  • Aufgeblasenes Stauholz
  • Masonitfurnier

Stimmen Sie Anforderungen an Verpackungsholz mit Ihren Anbietern ab:

  • Bieten Sie dem Exporteur Angaben zur Norm ISPM 15 an, damit er auf die offizielle ISPM-Markierung auf dem Verpackungsholz und etwaige Anzeichen für Schädlinge aufmerksam wird.
  • Erfordern Sie die Einhaltung von ISPM 15 im Vertrag
  • Erfordern Sie, dass die Exporteure das Verpackungsholz bei Anlieferung oder vor der Nutzung auf Anzeichen von Schädlingen untersuchen.
  • Fragen Sie Ihren Verpackungsholzanbieter, ob er ISPM 15-konform und akkreditiert ist. Überprüfen Sie die Zertifizierung der nationalen Pflanzenschutzorganisation (NPPO) des Ausfuhrlands.
  • Nennen Sie dem Exporteur Websites und Kontaktdaten zur Erfüllung der Vorschriften. Die NPPO hat Informationen zum staatlichen Programm.

Fragen Sie Ihren Zollagenten, damit er Sie über alle Änderungen der Verpackungsholzvorschriften auf dem Laufenden hält und auf Ihre Bedenken eingehen kann.

Beschaffung von Verpackungsholz im Ausland

Importeure, die Verpackungsholz aus dem Ausland beziehen, sollten Verpackungsmaterial von einem registrierten und akkreditierten Hersteller nutzen, das gemäß den IPPC-Vorschriften wärmebehandelt oder begast wurde. Weitere Angaben erhalten Sie bei der nationalen Pflanzenschutzorganisation des Ursprungslandes Ihrer Sendung.

Welche bewährten Verpackungsholzverfahren sind in Ihrer Lieferkette angelegt?

Ob Sie die Anforderungen an Verpackungsholz noch nicht kennen oder konkrete Fragen haben: C.H. Robinson kann Ihnen helfen. Wenden Sie sich für den Anfang an einen unserer Vertrauensberater®.